COPD-GOLD-Stadien: Therapien, Symptome und Lebenserwartung

Was sind die GOLD-Stadien?

Mit den Gold-Stadien wird COPD in 4 vier verschiedene Grade der Krankheitsschwere unterteilt. GOLD steht für die Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease [1]. 2001 wurde diese Initiative ins Leben gerufen, um den jeweiligen nationalen Leitlinien eine gemeinsame Struktur zu geben.

Jährlich werden nun Berichte veröffentlicht, die nach größeren Revisionen auch die Klassifikation verändern. So wurden 2011 die vier GOLD Stadien, GOLD I-V, neu definiert [2]. Zusätzlich können diese noch durch die Buchstaben A, B, C und D genauer beschrieben werden. [3]

Was genau bedeuten die Unterteilungen in COPD Stadien?

Die Einteilung in GOLD-Stadien 1, 2, 3 und 4 fußt auf Ergebnissen der Lungenfunktionsuntersuchung. Die Buchstaben A, B, C und D hingegen beschreiben, wie oft sich die Atemsituation im Jahr verschlechtert und wie schwer die Atemnot, bzw. der Einfluss auf das Alltagsleben durch die Patienten eingeschätzt wird.  

Die Zahlen 1-4 beruhen daher direkt auf der Messung der Lungenfunktion, während die Buchstaben A-D eher beschreiben, wie ein Patient seine COPD im Alltag empfindet. [1]

Häufig verwenden Ärzte für die Unterteilung A, B, C und D Ergebnisse aus medizinisch bewährten Fragebögen, wie dem mMRC (Atemnot-Fragebogen) und dem CAT (COPD Assessment Test). Darin wird zum Beispiel gefragt, wie oft Du hustest, bei welcher Belastung Du Atemnot verspürst und wie Du Dich durch die COPD in Deinem Alltag eingeschränkt fühlst. [4,5]

Die Behandlung der COPD orientiert sich an der Symptomatik und der Krankengeschichte.

Rauchen und das Einatmen von Schadstoffen führt dazu, dass die Krankheit schneller fortschreitet und Patienten schneller in eine schlechtere Klasse eingeteilt werden. Eine akute und schnelle Verschlechterung der Atemsituation wird übrigens Exazerbation genannt. Vielleicht hast Du das ja schon einmal in einem Deiner Arztbriefe gelesen.

Die Lungenfunktionsuntersuchung und das Peak-Flow-Meter

Wie gerade beschrieben, bestimmt die Leistung in der Lungenfunktion, in welcher Stufe Du eingestuft wirst. Ganz entscheidend ist übrigens, dass Du gut mitmachst. Sonst können die Ergebnisse nur eingeschränkt bewertet werden, was Entscheidungen der Ärzte zur Behandlung beeinflussen kann. Im Verlauf dieser Untersuchung wirst Du unter anderem aufgefordert, tief einzuatmen, kurz die Luft anzuhalten und dann mit aller Kraft auszuatmen.

Wichtige COPD-Werte sind:

  • Vitalkapazität: Wie viel Liter Luft können nach maximaler Einatmung ausgeatmet werden?
  • Einsekundenkapazität. Wie viel Liter können bereits in der ersten Sekunde ausgeatmet werden?

Der sogenannte Tiffeneau-Index (der sich aus der Einsekundenkapazität geteilt durch die Vitalkapazität berechnet) beschreibt, wie viel Prozent der Vitalkapazität bereits in der ersten Sekunde ausgeatmet werden können. Dieser Wert gibt zuverlässig an, wie ausgeprägt die Behinderung der Atemwege durch die COPD ist. [6]

Der Tiefenau Index hilft bei der Einteilung in Gold-Stadien
Der Tiefenau Index dient zur Feststellung der Obstruktion bei COPD

Wenn die Beschwerden, die Betroffene angeben, ebenfalls zu einer COPD passen, dann ist ein Tiffeneau-Index unter 70% ein entscheidender Hinweis auf das Vorliegen einer COPD. Vorher müssen aber noch andere in Frage kommende Krankheitsbilder ausgeschlossen werden. 

Hast Du trotzdem – absolut gesehen –  die Einsekundenkapazität eines Gesunden (über 80%), wirst du in GOLD I eingestuft und hast damit eine COPD leichten Grades. Die weiteren Abstufungen funktionieren wie folgt [7]:

FEV1 Soll Wert Schweregrad nach FEV1
Grösser oder gleich 80% COPD Gold Stufe I (leicht)
Zwischen 50% und 80% COPD Gold Stufe II (mittelgradig)
Zwischen 30% und 49% COPD Gold Stufe III (schwer)
Unter 30% COPD Gold Stufe IV (sehr schwer)

Einfache Lungenfunktionstests können auch mit sogenannten Peak-Flow Metern zu Hause durchgeführt werden. Diese Geräte messen die maximale Strömungsgeschwindigkeit bei der forcierten Ausatmung; also wie schnell du Luft maximal ausatmen kannst.

Der Peak-Flow liefert einen Hinweis zur Überwachung des Krankheitsverlaufs. Falls du einen Peak-Flow Meter besitzt, solltest du ihn möglichst täglich anwenden. So kann eine Veränderung schon früh bemerkt und gegengesteuert werden. [8]

Wie verändert sich die Therapie auf welcher Stufe?

Wie eine COPD in Abhängigkeit von der Stufe der Erkrankung behandelt wird, ist im Einzelfall sehr verschieden und hängt mehr von den Symptomen (den Buchstaben A, B, C und D) und nicht so sehr von der Lungenfunktion ab (GOLD-Stadien I, II, III oder IV). [7]  

Im Grunde genommen wird damit ausgesagt, wie gut die Erkrankung und ihre Symptome (AHA: Atemnot, Husten, Auswurf) durch die Behandlung im Griff gehalten werden und damit auch wie gut die bisherige Therapie funktioniert.  

Unterteilung in COPD Gruppen ABCD als Ergänzung zu Gold-Stadien
Die Unterteilung in die Gruppen beruht auf der Anzahl Verschlechterungen und der Symptomatik

Solltest Du zur Gruppe A gehören, reicht dir in der Regel ein bronchienerweiterndes Spray. Es gibt lang- und kurzwirksame Sprays. In manchen Fällen werden auch noch keine Medikamente benötigt und Du kannst auf alternative, bzw. ergänzende Konzepte, wie z.B. die Kaia App zurückgreifen. 

Patienten in der Gruppe B bekommen ein lang wirksames Spray, das die Bronchien erweitert. Außerdem wird ihnen eventuell schon eine Kombination von zwei verschiedenen Wirkstoffen verschrieben.

In den Gruppen C und D – also bei Patienten mit häufigeren Verschlechterungen oder stärkerer Atemnot – werden immer zwei Wirkstoffklassen gemeinsam benutzt. Heutzutage sind sie bereits oft in einem Spray kombiniert enthalten.

Welche Medikamente werden auf welcher Stufe eingesetzt?

Die Namensvielfalt der Medikamente gegen COPD ist ziemlich bunt und ständig kommen neue dazu. Man kann sie aber ganz gut in ein paar wenige Gruppen aufteilen, die auf den verschiedenen GOLD-Stadien und Gruppen eingesetzt werden. [7,9] 

Gehörst Du also zur Gruppe A, so wird anfänglich versucht allein mit einem bronchienerweiternden, rasch wirksamen Spray zu behandeln. [10]  

Ist die Atemnot ausgeprägter und Du wirst in Gruppe B eingestuft, bekommst Du zusätzlich zu den eben genannten ein besonders lang wirksames bronchienerweiterndes Spray. [1,7]

Praktisch und weit verbreitet sind auch Kombinationen der einzelnen Wirkstoffe. Diese Tabelle zeigt einige Beispiele der Wirkstoffe: [10] 

Rasch wirksame Sprays Lang wirksames Spray Kombinationen der Wirkstoffe
Fenoterol Formoterol Fenoterol und Ipratropiumbromid
Salbutamol Salmeterol Salbutamol und Ipratropiumbromid
Terbutalin Indacaterol Vilanterol und Umeclidiniumbromid
Vilanterol Indacaterol und Glycopyrroniumbromid
Olodaterol Olodaterol und Tiotropiumbromid
Tiotropiumbromid

Bei den ganzen Sprays kann man schnell die Übersicht verlieren. Die verschiedenen Sprays müssen auch unterschiedlich bedient werden und die Zeit beim Lungenarzt reicht nicht immer aus um die Technik richtig zu erlernen.

Inhalatoren können sehr verschieden sein – die richtige Technik muss gelernt werden.

Daher haben viele Patienten Mühe, die Sprays so wie vorgeschrieben zu verwenden. Dies kann ein großes Problem darstellen, da die Inhalatoren bei der falschen Verwendung nicht die volle Wirkung entfalten. [11] Die Atemwegsliga e.V. hat dazu hier sehr gute Anleitungsvideos zur Verfügung gestellt, welche ebenfalls in der Medizin-App Kaia COPD enthalten sind. 

Gar nicht so selten gibt es außerdem Überlappungen der COPD mit Asthma. Obwohl Asthma ebenfalls zu einer Verengung der Atemwege führt, wird es anders behandelt. Das kann dann dazu führen, dass auch zusätzlich noch Kortisonpräparate, wie Budesonid und Fluticason zum Inhalieren verschrieben werden.

Wie verändert sich die Lebenserwartung mit den GOLD-Stadien?

Wer es durch gute Behandlung, aber auch einen gesunden Lebensstil schafft, in einer möglichst niedrigen Stufe zu bleiben, hat die beste Lebenserwartung. 

Abhängig von den GOLD-Stufen entwickelt sich die Lebenserwartung.

Auch in einer fortgeschrittenen Stufe kann man mit dem richtigen Lebensstil noch eine sehr hohe Lebensqualität genießen. [13] Die wichtigste Maßnahme dafür ist, mit dem Rauchen aufzuhören, aber auch die richtige Behandlung mit und ohne Medikamente kann das Fortschreiten der Krankheit in Schach halten und damit die Lebenserwartung verbessern [14].

Eine gute Möglichkeit für Therapie ohne Medikamente bietet beispielsweise auch die Medizin-App Kaia COPD, welche Dir Entspannungs- und Bewegungsübungen sowie vieles zusätzliches Wissen bereit stellt. Als Betroffener kann man auf seine Lebenserwartung also durchaus einwirken.

Wie wirkungsvoll sind Therapien ohne Medikamente?

Neben den klassischen Behandlungsmethoden der COPD, wie die oben erwähnten Medikamente, erhalten auch nicht-medikamentöse Ansätze immer mehr Aufmerksamkeit. [15]

Die effizienteste und damit wichtigste Maßnahme im Kampf gegen die oft bestehende chronische Bronchitis ist die Rauchentwöhnung. Die COPDSymptome nehmen ab und die Lebensqualität steigt schnell. Außerdem wird die Lebenserwartung verlängert – und zwar für alle Gold-Stadien der COPD. [16]

Mit dem Rauchen aufzuhören ist die effektivste Methode um COPD zu verlangsamen.

Die Mehrheit der COPD-Patienten leidet täglich unter Atemnot. Sie ist somit das häufigste Symptom der COPD und kann unabhängig vom Schweregrad der Erkrankung auftreten. Zudem trägt sie, wie wir oben beschrieben haben, zur Einteilung in die Gruppen A,B,C und D bei.

Atemgymnastik als unterstützende Maßnahme

Atemgymnastik und Atemübungen, welche bereits seit den 50ern eingesetzt werden, wurden speziell entwickelt, um die Atemnot zu lindern. [17,18]

Vielleicht hast Du zum Beispiel vom Kutschersitz, der Lippenbremse oder auch der Zwerchfellatmung schon einmal gehört. Solche Atemübungen werden in Deutschland oft in der Reha, der Atemphysiotherapie oder auch im Lungensport vermittelt und können gut gegen Beschwerden durch Atemnot helfen – also Patienten aller Stadien bei der Besserung einer ihrer häufigsten Beschwerden unterstützen. [19]

Atemübungen haben aber noch andere positive Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf: Sie werden unter anderem auch eingesetzt, um die Atemmuskeln zu entlasten oder zu stärken, das Abhusten von Auswurf zu verbessern, die Beweglichkeit des Brustkorbes zu erhöhen und den Gasaustausch in der Lunge zu verbessern. [20]

Atemgymnastik (z.B. mit der Kaia COPD App) hilft bei allen GOLD-Stadien der COPD.

Auch moderne Methoden wie computergestützte Atem-Feedback-Geräte oder sogar alternative Methoden wie Didgeridoo-Spielen oder spezifische COPD-Sing-Übungen können Bestandteil der Therapie sein. [20] Du kannst also selber herausfinden, was für Dich am besten geeignet ist.

Unabhängig vom Gold-Stadium der COPD aber sind sich Experten einig: Atemübungen und Training wie beispielsweise im Rahmen der Lungenrehabilitation helfen allen Patienten mit Beschwerden durch die COPD. Dabei bessern sich Atemnot, die körperliche Aktivität und die Lebensqualität. [21]  Auf diesem Konzept basiert auch die Medizin-App Kaia COPD, welche es Dir ermöglicht, täglich die besten Übungen und Informationen zu Deiner Lunge effektiv zu Hause umzusetzen. Du kannst sie direkt hier kostenlos testen.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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