Atemnot, Husten, Auswurf – Die wichtigsten COPD Symptome

Die Definition von COPD

COPD führt sowohl im Falle einer chronischen Bronchitis als auch bei einem Lungenempyhsem zu einer Verengung der Atemwege. Diese Verengung geht normalerweise mit einer Entzündung einher. Durch die Entzündung kommt es zur Ansammlung von Sekreten und zu einer Verstopfung der Atemwege; die typischen COPD Symptome entstehen.

Die wichtigsten davon sind die AHA-Symptome, es gibt aber je nach Patient noch andere Auswirkungen [1]:

Die typischen Symptome bei einer COPD sind
  • Atemnot
  • Husten
  • Auswurf
  • Engegefühl in der Brust
  • Pfeifende Atmung
  • Depression, Angstzustände oder andere psychologische Probleme
  • Müdigkeit
  • Zyanose

Dieser Artikel zeigt dir eine Übersicht über die COPD Symptome, wie diese genau ausgeprägt sind und was Linderung verschaffen kann.

Atemnot bei COPD

Die Atemnot ist das häufigste Symptom von COPD-Patienten. Über die Hälfte der COPD-Betroffenen leidet täglich unter Atemnot, die unabhängig vom Schweregrad auftreten kann und oft als quälend empfunden wird.

Atemnot bzw. Kurzatmigkeit tritt zu Beginn der Krankheit nur unter Belastung auf und wird von vielen Patienten als normales Zeichen des Älterwerdens angesehen. Wenn die Krankheit aber fortschreitet erfahren viele Patienten die Atemnot bereits bei alltäglichen Aktivitäten: Es ensteht Atemnot beim Einkaufen, Treppensteigen oder Einschlafen. [2]

Die Atemnot besteht sowohl bei der chronischen Bronchitis wie auch beim Lungenemphysem. Die Ursache der Atemnot ist unter anderem, dass die Luft in der Lunge nicht mehr komplett ausgeatmet werden kann. Die Restluft in der Lunge benötigt dann zusätzlich Platz, liefert dem Körper aber keinen Sauerstoff mehr, da dieser bereits in den Blutkreislauf übertragen wurde.

So entsteht auch ein psychologischer Druck: Obwohl man gefühlt mehr Luft einatmet, erhält der Körper keinen zusätzlichen Sauerstoff.

Bei Atemnot werden häufig Bronchodilatatoren als Medikamente eingesetzt. Diese erweitern die Atemwege und führen zu Linderung von Atemnot und pfeifender Atmung. Weiterhin steigen dadurch auch die Belastbarkeit und die Lebensqualität. [3]

Oft kannst Du aber schon mit den richtigen Atemübungen die Atemnot lindern. Das sind spezielle körperliche Bewegungen oder Haltungen, welche spezifisch für diesen Zweck entwickelt wurden. [4]

COPD Atemübungen können helfen
Die richtigen Atemübungen und -stellungen können Atemnot bei COPD verringern.

Lippenbremse, Atemreizgriff, Zwerchfellatmung, Yoga oder auch atmungserleichternde Körperhaltungen wie zum Beispiel der Kutschersitz oder die Torwartstellung sind einfach durchzuführen und können erstaunlich effektiv sein. [5]

Diese einfachen Hilfsmittel lernt man in Deutschland meist in der Reha, der Atemphysiotherapie oder im speziellen Lungensport. [6] Unser detaillierter Artikel zu diesem Thema gibt Dir auch eine Übersicht:

Auch die Kaia COPD App liefert Dir täglich gute Übungen, um Atemnot längerfristig besser in den Griff zu bekommen.

Atemnot kann also durch Atemübungen, Entspannungsübungen, mehr Bewegung sowie auch durch bronchienerweiternde Medikamente gelindert werden.

Trockener oder produktiver Husten

Die chronische Bronchitis, also eine chronische Entzündung der Atemwege, ist laut der Weltgesundheitsorganisation WHO das Vorkommen von Husten und Auswurf bei einem Patienten über wenigstens drei Monate in zwei aufeinanderfolgenden Jahren. [7] Sie betrifft ungefähr 25-50% aller COPD-Patienten.[8]

Im Gegensatz zu trockenem, unproduktivem Reizhusten spricht man bei Husten mit Auswurf von produktivem Husten. Das aufgrund der Entzündung vermehrt produzierte Sekret muss raus   –   also abgehustet werden. Um dieses Abhusten zu unterstützen werden bei COPD oft auch Hustenlöser verschrieben. [9]

Husten ist ein Leitsymptom bei Bronchitis
Patienten mit chronischer Bronchitis leiden häufig unter chronischem Husten mit Auswurf

Husten hat also eine reinigende Funktion und befördert Luft und Schleim und manchmal auch verirrte Essenstücke aus der Lunge nach draußen. Bei COPD tritt häufig Husten am Morgen mit oder ohne Auswurf auf. Auch Husten in der Nacht ist häufig.

Husten kann willentlich aber auch als Reflex ausgelöst werden. Dieser Reflex kann durch Reizung von Rezeptoren im Atemtrakt, aber auch im Lungenfell, im Herzbeutel, am Zwerchfell, in der Speiseröhre und im Magen ausgelöst werden. [10] Husten ist also nicht gleich Husten und ebenso wenig ist Auswurf gleich Auswurf.

Es gibt spezifische Hustentechniken, welche es COPD-Patienten ermöglichen, Sekret effektiver abzuhusten. Diese wirken teilweise noch besser, wenn ein warmes Getränk getrunken wird. Eine gute Übersicht über diese Techniken findest Du auch in der Kaia COPD App.

Hustenlöser bei COPD sollten nicht standardmäßig verwendet werden. Jeder Patient kann individuell entscheiden, ob er oder sie einen Nutz durch Hustenlöser verspürt und sie entsprechend einsetzen.

Linderung bei Husten kann also durch Hustenlöser, spezifische Hustentechniken oder bewährte Hausmittel wie warmen Tee erfolgen

Auswurf

Der Auswurf wird auch Sputum genannt und kann verschieden aussehen. Er beinhaltet Wasser, Zellen, eventuelle Fremdpartikel, Mikroorganismen und kann weißlich, gelblich, grünlich, rötlich, gräulich oder bräunlich sein.

Je nach Farbe und Aussehen des Auswurfs kann man darauf schließen, woher der Husten kommt. Z.B. weißlicher, klarer Auswurf spricht eher für einen viralen Infekt und grünliche Verfärbung eher für eine bakterielle Infektion. Doch diese einfachen Faustregeln gelten nicht immer und eine Diagnose sollte dem Arzt überlassen werden. [11]

 Es ist hilfreich, sich die Farbe und das Aussehen des Auswurfs zu merken um ihn beim Arztbesuch beschreiben zu können. 

Der Auswurf kann auch im Verlauf der COPD Veränderungen zeigen, die abgeklärt werden sollten. Erste Studien lassen auch darauf schließen, dass die Bakterien im Auswurf eine Prognose für den Krankheitsverlauf bei COPD zulassen. [12]

Auswurf kann sich hartnäckig halten; teilweise schaffen die richtige Hustentechnik (siehe oben) oder schleimlösende Medikamente jedoch Abhilfe.

Zyanose – blaue Lippen

Die Verengung und Verstopfung der einzelnen kleinen Atemwege führt dazu, dass weniger Gas zwischen den Lungenbläschen und dem Blut ausgetauscht werden kann. Weniger CO2 kann abgeatmet werden und es gelangt auch weniger Sauerstoff ins Blut.

Wenn man zu wenig Sauerstoff im Blut hat, wird dies als Hypoxämie bezeichnet. Dies kann oft quälende Atemnot auslösen und zusätzlich – ab einer gewissen Schwere – auch dazu führen, dass sich die Lippen und die Haut blau färben.

Ist man über einen längeren Zeitraum unzureichend mit Sauerstoff versorgt, entwickeln sich auch noch andere Veränderungen am Körper, wie z.B. Uhrglasnägel und Trommelschlegelfinger. [13]

Um die Lebensqualität, die Leistungsfähigkeit und auch die Lebenserwartung zu steigern, verordnen Lungenärzte dann häufig eine Langzeitsauerstofftherapie[14]

 Außerdem sollten sich COPD-Patienten auch gegen Pneumokokken und jährlich gegen die Grippe impfen lassen. [15] 

Müdigkeit

Die verringerte Lungenfunktion bei COPD führt häufig zu einer geringeren körperlichen Leistungsfähigkeit – ein Phänomen welches häufig durch stark erhöhte Müdigkeit begleitet wird.

Eine Studie hat herausgefunden, dass Müdigkeit bei COPD vor allem durch folgende Faktoren begünstigt wird:

  • Depression
  • Stärke der Muskulatur
  • Sauerstoffgehalt im Blut [16]

 

Um diesen Effekten entgegen zu wirken, empfehlen Ärzte genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, wenn möglich Zeit an der frischen Luft zu verbringen und sich genügend auszuruhen.

Das wichtigste Mittel gegen Müdigkeit ist aber physische Aktivität unterstützt durch Atemübungen und Atemgymnastik. [17]

Einen guten Weg für mehr Aktivität bieten Lungensportgruppen welche in ganz Deutschland angeboten werden und ggf. auch von der Kasse getragen werden. Für schwerere Fälle kann auch eine pneumonale Rehabilitation in einer Klinik in Frage kommen.

Einen strukturierten und einfachen Weg zu einer pulmonalen Rehabilitation bietet auch die Kaia COPD App. Diese App hilft COPD-Betroffenen die Lebensqualität und körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern sowie auch die Atemnot zu reduzieren.

Quellen und wissenschaftliche Studien
  1. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5399825/
  2. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9259079
  3. http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/020-006l_S2k_COPD_chronisch-obstruktive-Lungenerkrankung_2018-01.pdf
  4. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19402847
  5. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16636097
  6. https://mrmjournal.biomedcentral.com/articles/10.1186/2049-6958-5-3-216
  7. http://apps.who.int/iris/bitstream/10665/40483/1/WHO_TRS_213.pdf
  8. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2944278/
  9. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16636097
  10. https://www.thieme.de/statics/dokumente/thieme/final/de/dokumente/zw_pneumologie/Husten.pdf
  11. https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/atemwegskrankheiten/article/630233/gelb-gruenliches-sputum-kein-grund-gleich-antibiotika-greifen.html
  12. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5106218/
  13. http://www.uniklinik-duesseldorf.de/fileadmin/Datenpool/einrichtungen/klinik_fuer_kardiologie_pneumologie_und_angiologie_id273/bilder2/lehre_dateien/ws2013/Kardiologie_eStudy_guide_35_Zyanose_Version_02102013.pdf
  14. https://www.thieme.de/statics/dokumente/thieme/final/de/dokumente/zw_pneumologie/Langezeit-Sauerstofftherapie.pdf
  15. https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2017/Ausgaben/34_17.pdf?__blob=publicationFile
  16. https://bmcpulmmed.biomedcentral.com/articles/10.1186/1471-2466-9-47
  17. http://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/1479972310396737

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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