COPD

Die COPD ist weltweit eine der häufigsten chronischen Erkrankungen und gehört laut der Weltgesundheitsorganisation WHO zu den drei häufigsten Todesursachen. Trotzdem ist die Krankheit in Deutschland vergleichsweise wenig bekannt.

Leider gibt es für COPD derzeit keine Methode, um die Krankheit komplett zu heilen. Es gibt jedoch zahlreiche Techniken und Übungen, um den Krankheitsverlauf günstiger zu beeinflussen und Mobilität und Selbständigkeit so lange wie möglich zu bewahren.

Hier findest Du – vom medizinischen Team von Kaia zusammengestellt – wissenschaftlich fundierte und einfach verständliche Antworten auf viele Fragen, die das Leben mit COPD betreffen.

Wir möchten dabei die Informationen bezüglich Definitionen, Symptomen, Ursachen, Diagnosen und Behandlungen der COPD vermitteln, welche für Dich relevant sind.

Was ist COPD?

COPD steht für Chronic Obstructive Pulmonary Disease, auf Deutsch: Chronische Obstruktive Lungenkrankrankheit

Die offizielle Definition der deutschen Nationale Versorgungsleitlinie zur COPD lautet:

„Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist charakterisiert durch eine persistierende und üblicherweise progrediente Atemwegsobstruktion”.

Das heißt also, dass COPD nicht heilbar ist und dass die Krankheit sich im Laufe der Zeit verschlimmert.

Weiterhin tritt eine Obstruktion, also eine Verengung der Atemwege auf. Diese wird vor allem durch zwei Faktoren verursacht:

  1. Eine Entzündung der kleineren Atemwege durch die Ansammlung entzündlicher Sekrete, also der chronischen Bronchitis.
  2. Die Zerstörung von funktionalem Lungengewebe, was zum so genannten Lungenemphysem führt.

Diese beiden dominierenden Krankheitsbilder, die chronische Bronchitis und das Lungenemphysem, kommen in vielen Patienten leider gleichzeitig vor , jedoch in unterschiedlich starkem Ausmass.

Ungefähr ein Viertel bis die Hälfte aller COPD-Patienten haben eine chronische Entzündung der weitverzweigten Atemwege – eine Bronchitis. Laut Definition der Weltgesundheitsorganisation WHO liegt sie dann vor, wenn ein Patient über wenigstens drei Monate in mindestens zwei aufeinander folgenden Jahren unter Husten und Auswurf leidet.

Das Wort Emphysem bedeutet so viel wie das „Eingeblasene“. Bei einem Emphysem sind die kleinen Lungenbläschen am Ende der Atemwege – dort wo der Sauerstoffaustausch stattfindet – beschädigt worden und anhaltend vergrössert. Die Alveolen werden jedoch nicht nur vergrössert, sie büßen auch dauerhaft an Elastizität ein. Und da die Lunge sich dann nicht mehr oder nur noch beschränkt zusammenziehen kann, wird es für Betroffene schwieriger vollständig auszuatmen. In gewisser Weise verhält sich die Lunge, wie ein altes, spröde gewordenes Gummiband.

COPD-Ursachen

Die Entzündung hinter COPD – und das ist mittlerweile unbestritten – wird durch das Einatmen von Schadstoffen verursacht. Der allerwichtigste Schadstoff dabei ist das Rauchen.

Weitere Schadstoffe welche nachweislich zu COPD führen können sind:
  • Passives Einatmen von Tabakrauch (Passivrauchen)
  • Chemikalien, Staub und Luftverschmutzung am Arbeitsplatz
  • Luftverschmutzung
  • Längerer Aufenthalt in Räumen mit verschmutzter Luft (z.B. Kochen über offenem Feuer)
  • Längere Belastung durch Abgase von Biokraftstoffen

Weiterhin kann ein Genmangel, der sogenannte Alpha-1-Antitrypsin-Mangel, bei Erwachsenen das Entstehen einer COPD begünstigen.

COPD-Diagnose und Einteilung in die Gold-Stadien

Sollte bei Dir durch die Symptome der Verdacht auf das Vorliegen einer COPD aufkommen, ist die Durchführung einer Lungenfunktionsuntersuchung der nächste Schritt. Die Ergebnisse der Lungenfunktion und des Gasaustauschens entscheiden über die Diagnose und in welches Gold-Stadium (von I bis IV) Du eingestuft wirst.

Zusätzlich verwenden Ärzte medizinisch bewährte Fragebögen, um die Schwere der COPD und die Einbußen der Lebensqualität besser einschätzen zu können. Mehr Informationen dazu findest Du hier:

Symptome der COPD

Die COPD ist geprägt von den AHA-Symptomen: Atemnot, Husten und Auswurf.

Die Atemnot ist das häufigste Symptom von COPD-Patienten. Über die Hälfte der von COPD Betroffenen leidet täglich unter Atemnot, die unabhängig vom Schweregrad auftreten kann und oft als quälend empfunden wird.

Wie bereits erwähnt, haben viele COPD Patienten eine chronische Bronchitis. Ihr augenscheinlichstes Symptom ist anhaltender, starker Husten mit Auswurf. Im Gegensatz zu trockenem, unproduktiven Reizhusten spricht man bei Husten mit Auswurf von produktivem Husten.

Der Auswurf wird auch Sputum genannt und kann verschieden aussehen. Er beinhaltet Wasser, Zellen, eventuelle Fremdpartikel, Mikroorganismen und kann weißlich, gelblich, grünlich, rötlich, gräulich oder bräunlich sein. Je nach Aussehen kann man darauf schließen, woher der Husten kommt. Mehr dazu hier:

Der Verlauf der COPD

Wie der Name schon besagt, ist die COPD eine chronische und fortschreitende Erkrankung. Gewebezerstörungen und ein ausgebildetes Lungenemphysem sind nicht mehr rückgängig zu machen. Hierzulande gehört die COPD sogar zu den zehn häufigsten Todesursachen und sowohl in Deutschland, als auch in den USA steigen die Zahlen.

In manchen Fällen verschlechtert sich die Atemsituation der Patienten schlagartig. Das wird als Exazerbation bezeichnet. Jede Exazerbation ist ernst zu nehmen. Schon mehr als eine im Jahr führt zur Einstufung in eine höhere Gruppe der Gold Stadien (Einstufung des Schweregrads der COPD), was mit einer schlechteren Prognose des Krankheitsverlaufs einhergeht.

Der individuelle Verlauf ist maßgeblich davon abhängig, dass die Diagnose früh gestellt wird und richtig therapiert wird. Eines der wichtigsten Ziele der Therapie ist es, Exazerbationen zu verhindern und noch einen gewissen Puffer an Lungenleistung im Fall einer Exazerbation zu haben. Denn Exazerbationen können den Krankheitsverlauf bedeutend beschleunigen. Sie verschlechtern die Lungenleistung und damit auch die Lebensqualität.

Therapie und Medikamente bei COPD

Ärzte verordnen Medikamente bei COPD, um Symptome zu lindern, Schwere und Häufigkeit von Exazerbationen zu reduzieren und damit eine Verbesserung der Lebensqualität und körperlichen Leistungsfähigkeit zu erreichen. Dafür werden in der modernen Behandlung der COPD mehrere verschiedene Medikamente kombiniert. Ihre Einnahme sollte in den Alltag integriert sein.

Außerdem sollten sich COPD-Patienten auch gegen Pneumokokken und jährlich gegen die Grippe impfen lassen.

Die non-pharmakologische Therapie

Die effizienteste und damit wichtigste Maßnahme im Kampf gegen die oft bestehende chronische Bronchitis ist und bleibt die Rauchentwöhnung. Doch auch eine pulmonale Rehabilitation führt zu einer signifikanten Verbesserung und ist sogar die effektivste therapeutische Maßnahme, um Atemnot zu reduzieren und die körperliche Leistungsfähigkeit und Lebensqualität zu verbessern.

 COPD kann also durch Bewegung und Änderung im Lebensstil positiv beeinflusst werden! 

Übrigens muss die COPD-Therapie nicht nur lästig sein. Auch alternative Methoden wie Didgeridoo-Spielen oder spezifische COPD Sing-Übungen können dazugehören. Mehr dazu erfährst Du hier:

Einen strukturierten und einfachen Weg zu einer pulmonalen Rehabilitation bietet auch die Kaia COPD App. Diese App hilft COPD-Betroffenen die Lebensqualität und körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern sowie auch die Atemnot zu reduzieren.

Gestalte Dein Leben mit COPD also selbst!

 

 

Weitere Informationen und nützliche Tipps & Tricks sowie ein tägliches Lungentraining findest du auch in der Kaia COPD App.